Stunde 3

kcf_pedoneNach den üblichen Fragen über die letzte Stunde beginne ich mit der Schachgeschichte. Wir wollen heute den Bauern behandeln.

EineSchachgeschichteBauer

In einigen Klassen musste ich das Erzählen der Geschichte abbrechen, da kein großes Interesse bestand, der Großteil wandte sich ab,  viele Kinder verlieren sich und beschäftigen sich mit anderen Dingen.

Nachdem bilde ich Gruppen mit jeweils 2 Kindern, welche sich ein Schachbrett teilen und beide sitzen nebeneinander und nicht gegenüber, damit sie beide die gleiche Perspektive haben. Die Spielsteine werden neben dem Schachbrett aufgestellt und danach beginne ich mit den Erklärungen darüber, wie ein Bauer bewegt werden soll. Ich habe schon erwähnt, dass ich kein Demobrett benutze und warum.  Ohne Demobrett kann ich sofort und deutlich erkenne, wie die Klasse arbeiten kann. Ich merke wie hoch oder niedrig die Aufmerksamkeit der einzelnen Kinder ist, die Bereitschaft zuzuhören und ob sie Anweisungen befolgen können.  Dazu ist zu sagen, dass wenige Kinder diese Arbeitsweise gewohnt sind und anfängliche Schwierigkeiten normal sind.

Ich lasse einen weißen Bauer auf e2 stellen, erkläre, dass ein Bauer nur auf derselben Linie zieht, nutze die Gelegenheit zu prüfen, ob sie wissen was eine Linie ist, er kann nur geradeaus ziehen und niemals rückwärts. Der Bauer kann nur ein Feld vorwärts ziehen. Nun lasse ich die Kinder abwechselnd mit diesem Bauer ziehen. Bisher war ein Kind für die weißen Steine zuständig und eines für die schwarzen Steine. Ich sage zum Schüler welcher für die weißen Steine zuständig ist  er soll jetzt einen Zug mit dem Bauer ausführen, dies wird nicht unmittelbar wahrgenommen, so wiederhole ich die Anweisung und erkläre, dass das Kind den Bauer ein Feld vorrücken soll und das nennt man im Schach einen Zug machen. Nun klappt es, die Kinder führen den Zug aus. Jetzt soll der Partner einen Zug ausführen.  Diese Anweisung wird nicht ganz verstanden, einige Kinder nehmen einen schwarzen Bauer in die Hand und warten auf weitere Anweisungen. Ich erkläre, dass sie mit demselben Bauer ziehen sollen und es klappt jetzt. Ich wiederhole dies solange bis der Bauer auf die andere Seite kommt (e8) und erkläre die Umwandlung des Bauern. Danach lasse ich die Kinder einen weißen Bauer auf e4 stellen und einen Schwarzen auf e5. Trifft der Bauer auf ein Hindernis, so kann er nicht weiter, und wir nennen das „Der Bauer ist blockiert“ denn der Bauer kann nicht mehr bewegt werden. Jetzt erkläre ich, dass man den Bauer auf zwei Arten führen kann, eine wie er zieht und eine wie er schlägt. Um das zu demonstrieren lasse ich eine neue Stellung aufbauen mit weißen Bauern auf e4 und d4 und zwei Schwarze auf e5 und d5, nun sollen sie abwechselnd einen Bauer schlagen. Noch ein, zwei Beispiele und dann gebe ich Anweisung alle weißen Bauern in der zweiten Reihe aufzustellen und alle Schwarzen in der siebten Reihe. Bleibt noch der Doppelschritt des Bauern zu erklären, das En-Passant wird zu einem späteren Zeitpunkt behandelt. Danach soll mit den Bauern gespielt werden. Vorerst wird das Ziel des Spiels benannt, und zwar gewinnt der Erste, welcher einen Bauer auf die achte bzw. erste Reihe bringen kann.

Diese Klasse war eine überdurchschnittlich gute Klasse, was Aufmerksamkeit und Befolgung der Anweisungen anbelangt. Die zwei darauf folgenden Klassen waren genau das Gegenteil davon. Mit demselben Programm gab es fast kein Weiterkommen und am Schluss blieb fast keine Zeit mehr zum Spielen übrig. Es war notwendig jeder Zweiergruppe separat Anweisungen und Erklärungen zu geben. Bauern wurden willkürlich hin – und hergeschoben, alle fünf Minuten musste ich versuchen die Aufmerksamkeit der Kinder aufs Neue zu erlangen und die Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. In einer Klasse, wollte der Lehrer von Anbeginn klare Verhältnisse schaffen indem er bei geringen Verfehlungen die Kinder aus der Klasse nahm und in einem anderen Raum mit Aufgaben beschäftigte. Das war allerdings ein Nachteil, da gerade diese Kinder vom Schachspielen profitieren sollten. Weiteres war der Rest der Klasse „außer Kontrolle geraten“ und ich schaffte es nicht sie wieder zu beruhigen.

Auf Grund dieser Erfahrung habe ich das Programm in den nächsten Klasse vom Anfang an verändert. Die Kinder sollten nicht mehr nebeneinander sitzen, sondern gegenüber. Ich lasse einen weißen Bauer auf e2 stellen und einen Schwarzen auf c7. Erkläre dann die Züge des Bauern lasse sie dann abwechselnd ziehen, bis zur Umwandlung. Wir wiederholen dies ein paar Mal, danach lasse ich die Bauern auf derselben Linie aufstellen  um den Begriff „blockiert“ zu erklären. Danach lasse ich alle weißen Bauern auf der zweiten Reihe aufstellen und die Schwarzen auf der siebten Reihe. Ganz einwandfrei klappt das mit den Begriffen „ Reihen und Linien“ noch nicht, aber wir kriegen das bald hin. Ich erkläre noch den Doppelschritt und dann wird gespielt.  Diese Vorgehensweise erweist sich als besser und es kann mehr gespielt werden.

Mein erster Eindruck ist: Ich habe heuer, im Sinne von Aufmerksamkeit, Zuhören können und Anweisungen befolgen können, zwei überdurchschnittliche Klassen, 5 durchschnittliche Klassen und zwei unterdurchschnittliche Klassen zu betreuen.  Italienisch sprachige Klassen sind etwas lauter, weniger Aufmerksam und hören auch weniger zu. Ich benötige hier einiges mehr an Zeit und Anstrengung, um den gleichen Stoff zu behandeln, welcher noch dazu weniger aufgenommen wird. Dies kann immer noch zufällig sein, aber inzwischen hat sich diese Vermutung öfters bestätigt. Möglicherweise gibt es hier einfach einen anderen kulturellen Hintergrund zu den deutsch sprachigen Klassen. Am plausibelsten erscheint mir ein höherer Grad an Medialität der Kinder, ich meine hier, dass die Kinder mehr Stunden  mit Multimedia verbringen als deutsch sprachige Kinder in Südtirol und das ihr Umfeld einfach eine höhere Lautstärke hat. Es erscheint nicht ganz klar, welche Wechselwirkung lautere Kinder und lautere Lehrer, auf Aufmerksamkeit und Bereitschaft, zuzuhören haben, oder deren Auswirkung auf die  Lautstärke der Klassen. Sind die Kinder daran Schuld weil sie laut sind und der Lehrer „gezwungen“ ist laut zu sein oder umgekehrt? Ein zusätzlicher Faktor könnte auch die größere Anzahl an Kindern mit Migrationshintergrund  in den italienisch sprachigen Klassen sein.

Die Klassen welche in höherem Maße die Bereitschaft zum Zuhören geben sind auch angenehmer zu „handhaben“, es ist ruhiger und wirkt sich auch auf das Behalten des Gelernten aus, allerdings nicht in dem Maße, wie zu erwarten wäre. Ich vermute manchmal, wie schon im Artikel über Gruppendynamik erwähnt, dass die Aufmerksamkeit da zu sein scheint, aber nicht unbedingt immer anwesend ist. Es ist zwar ruhiger und es bleibt möglicherweise mehr vom Stoff hängen, andererseits ist bis zur nächsten Stunde eine Woche vergangen und vieles kann und wird auch wieder vergessen werden.

Stunde 2

gilgameshIn der Regel beginne ich die zweite Stunde mit Fragen über den Inhalt der ersten Stunde. Die Frage ,die ich stelle ist: an was sich die Kinder erinnern können und rufe sie teilweise einzeln auf, je nachdem ob viele oder wenige Wortmeldungen sind. Bei einer sehr unruhigen Klasse hatte die Lehrerin in der ersten Stunde 6 Kinder aus 20 von der Klasse entfernt, als Disziplinarstrafe, und erst später wieder hinzu gebracht. In dieser Klasse erinnerten sich keine Kinder an etwas über die erste Stunde, sie erinnerten sich an mich und das es etwas mit Schach zu tun hatte, sie hatten Schach gespielt. Dazu angesprochen erinnerten sie sich auch noch an eine kurze Geschichte, welche ich erzählt habe, aber das war auch schon alles.

Es ist interessant wie verschieden die Erinnerungen der Kinder sind, jeder hat sich einen bestimmten Teil der Geschichte zu eigen gemacht und selbst interpretiert. Einige haben die Erzählungen über das Schach, im Allgemeinen, in die Geschichte eingebaut oder auch eigens interpretiert. Wenige Kinder erinnern sich an Details über Linien, Reihen oder auch Feldnamen, viele sind sich einig ,dass wir Schach gespielt haben. Bis ich alle Kinder befragt habe, an was sie sich denn erinnern würden, verging gut eine viertel Stunde und abhängig von ihren Antworten widerhohle ich mehr oder weniger ausführlich: Feldnamen, Linien, Reihen und Diagonalen. Wo ich das Schachbuch noch nicht ausgeteilt habe erledige ich das jetzt und wir beginnen mit dem Buch zu arbeiten. In den vorigen vier bis fünf Jahren habe ich mir öfters überlegt und auch ausprobiert das Buch nicht zu verwenden, ob und wie sinnvoll das Arbeitsbuch überhaupt ist. Ich gebe nie Hausaufgaben und alle Diagramme und Übungen werden in der Klasse erledigt. Den Grund das Buch eventuell wegzulassen lieferten Kurse im außerschulischen Bereich wo ich zuerst alle Spielregeln erkläre und erst später das Buch mit Übungen zur Verfügung stelle. Es schien so, als ob diese Kinder die Übungen mit mehr Begeisterung lösten im Vergleich zu dieser Klasse, aber es zeigte sich dann bei anderen Kursen, dass das nicht immer so war. In der Schule ist es ähnlich abgelaufen, der Unterschied mit Buch oder ohne Buch wirkte sich auf die Einstellung und auf die Genauigkeit aus. Die Übungen sind zwar für mich interessant um das Verständnis, die Genauigkeit und die Arbeitsgeschwindigkeit zu überprüfen aber es ginge auch ohne. Irgendwie hatte ich  einfach das Gefühl, dass mit Buch alles etwas besser war. Die Einstellung zum Schach war etwas besser, das Verständnis auch leicht besser und auch die Geschwindigkeit war höher mit Buch. Es wäre durchaus Möglich, dass es für mich einfach leichter war mit dem Übungsbuch zu unterrichten.

Wir beginnen mit Übung 1, bearbeiten die ersten zwei Diagramme gemeinsam und danach können sie die restlichen Diagramme selbst weiter lösen.

Bei der Bearbeitung der Diagramme kontrollieren wir, der Lehrer und ich, ob die Anweisungen auch verstanden worden sind und geben Hilfestellungen, falls notwendig. Ich nutze diese Zeit, in der die Schüler beschäftigt sind, um herauszufinden wer konzentriert arbeitet, wer langsam oder schnell ist, wer keine Lust hat mitzuarbeiten. Es gibt auch Fälle von Schülern, die versuchen so wenig wie möglich aktiv zu sein und Zeit verstreichen zu lassen,  ich sage diesen dann nicht, dass sie etwas tun sollen. Ich versuche ihnen dann zu helfen, diese Hilfe beruht nicht auf dem  äußern der Lösung , sondern ich stelle gezielte Fragen, um sie hin zuführen. Ich merke schnell wer aus Lustlosigkeit Zeit verliert oder einfach nur gern hätte, dass ihm jemand die „Arbeit“ –da zu anstrengend – abnimmt. Ich möchte die Selbstkontrolle der Kinder steigern, damit sie später, wenn wir nach der Auflösung der Übungen spielen können keinen Nachteil im Bezug auf die Spielzeit bekommen.

Wenn die ersten Kinder diese Übung fertig haben, dürfen sie im Buch weiterblättern und versuchen selbständig die nächste Übung zu lösen. Manchmal finden sie selbst heraus, was zu tun ist manchmal muss ich die Anweisungen erklären. Die Meisten fragen, wie sie die Felder Markieren sollen und ich lasse sie vollkommen frei entscheiden. Bei einigen Klassen werden Farbstifte verwendet, andere ziehen es vor Kreuze, Kugeln oder einfach nur Striche zu malen.

Die Schnellsten Schüler im Lösen der Aufgaben, erreichen rasch Übung 3, und um sie etwas zu „bremsen“ sollen sie die Übung vollständig ausführen, und die Namen der Felder aufschreiben.

Für langsamer arbeitende Kinder genügt es hier einfach die Diagonalen einzuzeichnen. Diejenigen Kinder, welche diese Übungen nicht beenden, können sie zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Manchmal bleibt noch Zeit, um abzustimmen, wie in den nächsten Stunden vorgegangen wird. „Wollen wir mit den schwierigen Steinen beginnen oder mit den Einfachen?“, lautet die Frage. Der Großteil entscheidet sich für die schwierigere Version zuerst. Sie wollen beweisen, dass sie gut genug sind Schwierigkeiten zu meistern. Die Art und Weise wie ich dann vorgehe ist so ausgelegt, dass die Praxis ihre Ansicht bestätigt. Ich nehme mir sehr viel Zeit diese Steine zu behandeln, stelle keine Anforderungen und lasse durchblicken, dass sie alle gut verstanden haben, wenn es dann so weit ist. Es kam noch nie vor,  dass eine Klasse den einfachen Weg aussuchte, sollte es aber der Fall sein werde ich eben den einfachen Weg einschlagen.

Stunde 1

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Ich betreue heuer neun zweite Klassen in der Grundschule, vier deutschsprachige und fünf italienischsprachige Gruppen.

Ich versuche ohne Demobrett zu unterrichten. Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass es den Bedürfnissen der Kinder näher kommt, unmittelbarer ist. Sie arbeiten selbst mit den Steinen. Ein weiterer Vorteil, den ich erkannt habe, besteht darin, dass ich von Anfang an diejenigen Kinder sofort bemerke, welche aus verschiedenen Gründen nicht zuhören oder nicht aktiv dabei sind, sodass ich geeignete Maßnahmen ergreifen kann. Es sind weder disziplinar- Maßnahmen, noch gebe ich Anweisungen noch mache ich sie darauf aufmerksam. Ich stelle mich auf diese Kinder ein, versuche zu verstehen was sie wie bewegt und gehe im Laufe der nächsten Stunden auf diese ein. Alle Kinder zu erreichen kann viele Stunden, ja sogar einige Jahre dauern, aber ich versuche schließlich nicht super Schachspieler aus ihnen zu machen, sondern lediglich die Vorteile des Schachspielens auf das „Verhalten“ der Kinder zu übertragen. Ohne Demobrett zu arbeiten, kann größere Schwierigkeiten verursachen, die Kinder sind es nicht gewohnt so zu arbeiten und es dauert wiederum einige Stunden bis ich einigermaßen gut arbeiten kann.

Ich konnte einen Sponsor überzeugen das Material zu finanzieren, sodass jede Klasse ihre eigenen Schachbretter und Spielfiguren zur Verfügung hat. Es hat sich meistens gezeigt, dass die Einstellung der Klasse und auch des Lehrers besser, ist wenn sie das Material in der Klasse haben und ich es nicht jedes Mal wieder mitnehme. Einige Lehrer benutzen das Schachspiel, um freie Minuten (oder“ tote Zeiten“) zu überbrücken. Auch das kann man mit dem Schachspiel optimal bewerkstelligen zum Vorteil von allen.

Ich betrete die Klasse, werde vorgestellt und stelle mich dann selbst vor. Ich erzähle, was mich betrifft nur die Wahrheit, weder übertreibe ich noch beschönige ich Dinge, da die Kinder im Laufe der Zeit sowieso rauskriegen, wenn ich ihnen etwas vorgemacht hätte. Ich erzähle, dass ich seit ungefähr 30 Jahren spiele und es mir immer noch gefällt. Ich sage, dass das Schachspiel als Königsspiel betrachtet wird, dass schon die Ritter Schachspielen können mussten, dass es eines der ältesten Spiele überhaupt ist und dass die wichtigste Regel beim Schachspielen die Stille ist. Reden während des Spieles ist dasselbe, wie schwindeln und ich frage sie auch warum, ihrer Meinung nach, das so ist. Hier bekomme ich die ersten typischen übernommenen Lehreraussagen, welche die Kinder inzwischen wiedergeben, zu hören. Man kann sich dann nicht konzentrieren oder man versteht nichts, wenn es laut ist oder auch das Gehirn arbeitet nicht richtig usw. Ich bestreite nichts, lasse sie im Recht, aber erkläre, dass der einfachste Grund der ist, dass ich zum Beispiel schlechter spiele wenn ich gestört werde. Ich versuche immer, wenn möglich, in dieser Hinsicht, in der ersten Person zu sprechen, um keine Übertragungen auf die Kindern zu vermitteln. Es bin immer ich der etwas Bestimmtes nicht mag, es bin immer ich, der es gern Ruhig mag wenn ich spiele, ich der irgendwelche Nachteile in bestimmten Situationen hat.  Ich glaube, Verhaltensmuster werden besser angenommen wenn sie erfahren bzw. abgeschaut werden und nicht nur frontal gelehrt werden.

Ich frage die Schüler immer: „Wer schon spielen kann?“, es sind immer welche dabei, dann erkläre ich, dass die ersten Stunden für die „Schachsprache“ reserviert sind, dass es anfangs etwas schwierig, ja sogar langweilig sein kann, aber es wird mit der Zeit interessanter und besser. Auf die Frage ob wir das zusammen schaffen kommt ein überzeugtes „Ja“. Ich frage sie dann ob sie eine Schachgeschichte über das Schachbrett hören wollen und wenn das bejaht wird beginne ich mit der Einführungsgeschichte:

Es ist viel Zeit vergangen, fast 5000 Jahre.  Das mächtige Land Babylon wurde vom unbesiegbaren und weisen Gilgamesch König von Urk regiert. Er wollte ein ganz besonderes Heer aufstellen, welches imstande sein musste, jeden Angreifer in die Flucht zu schlagen. Er sandte seine Boten aus, um im ganzen Land die Nachricht zu verbreiten, dass der König allen Menschen, die ein außergewöhnliches Talent haben, abenteuerlustig sind und ihre Begabungen dem König zur Verfügung stellen, Ruhm und Reichtum verspricht. Es waren 64 wichtige Städte zu verteidigen und der König erfand einen Geheimcode für jede Stadt, welchen er auf eine Holztafel schrieb. Diese Tafel war die Landkarte des Reiches, kein feindlicher Spion hätte diese Tafel je verstehen können.

Danach teile ich die Kinder in Zweiergruppen ein, in der Regel sitzen sie schon Paarweise, frage ob sie bereits Links von rechts unterscheiden können und normalerweise funktioniert das, mit einigen Korrekturen, ganz gut. Die Kinder sitzen nicht gegenüber sondern nebeneinander und teilen sich dann ein Schachbrett. Ich lasse das Kind an der linken Seite ein Schachbrett holen und es mit der ersten Reihe zu sich gewandt aufstellen. Auch hier bedarf es einiger Korrekturen, aber bald liegen alle Bretter richtig. Ich frage die Kinder ob ihnen am Brett was auffällt und nach und nach kommen die Buchstaben und die Zahlen zum Vorschein. Ich frage noch, wo sie so etwas schon gesehen haben und es dauert, bevor die ersten Antworten gegeben werden. Es stellt sich heraus, dass manche das Spiel „Schiffe versenken“ bereits kennen, einige Klassen haben bereits das Koordinatensystem behandelt und einige bereits einen Stadtplan schon kennengelernt haben. Nun erfahren sie von mir was eine Linie und eine Reihe in der Schachsprache bedeutet, wie man die Felder benennt und dass ich diese Begriffe brauche um mich mit ihnen zu verständigen und wir gehen dann zur Praxis über. Das Kind, welches auf der rechten Seite sitzt holt die Steine legt sie in die Brettmitte und beide stellen die Steine außerhalb des Schachbretts auf. Einer ist für die Weißen verantwortlich, der andere für die Schwarzen. Spätestens jetzt wird es lauter und das lasse ich auch zu, manchmal greift der Lehrer ein manchmal erledigt sich das, wenn alle Steine aufgestellt sind. Einige Kinder verstehen nicht gleich wo sie die Steine aufstellen sollen, da sie automatisch so eingestellt sind, dass die Steine auf das Brett gehören. Ich lasse abwechselnd schwarze und weiße Bauern auf bestimmte Felder setzten, danach sollen alle Bauern auf einer bestimmten Linie oder auf einer Reihe aufgestellt werden. Hier zeigt sich, dass einige noch nicht zwischen Linie und Reihe unterscheiden können. Bei manchen Klassen kann noch die Diagonale behandelt werden und das Schachbuch ausgeteilt werden, bei anderen kann ich dieses erst in der zweiten Stunde.