Stunde 8 und 9

Eine kurze Wiederholung zur letzten Stunde und dann geht’s weiter mit dem Turm. Ich verzichte vorläufig auf die Übungen 9,10,11 und 12 wo es um den Springer geht damit wir schneller die Bewegungen der restlichen Figuren behandeln können. Ich versuche abwechselnd eine Stunde eine Figur zu behandeln und dann eine Stunde mit dieser Figur zu spielen. Ich habe bemerkt, dass viele Kinder Schwierigkeiten bei den Übungen haben, wo sie ein Parcours mit mehreren Zügen und mit Hindernissen absolvieren müssen. Es scheint mir, dass die Schwierigkeiten in den letzten fünf Jahren größer geworden sind, das heißt mehrere Kinder schaffen die Übung nicht mehr. Ich sehe mehrere mögliche Erklärungen dafür. Zum einen kann es sein, dass ich jetzt mehr Einzelheiten beobachte als vor fünf Jahren und möglicherweise erst jetzt realisiere wie viele Kinder die Übung nicht schaffen. Womöglich war das auch früher schon so und ich habe es nur nicht bemerkt.  Zum Anderen ist die Aufmerksamkeit der Kinder geringer geworden und sie hören einfach weniger zu als früher, wenn der Lehrer Anweisungen gibt und auch das spiegelt sich beim Lösen der Aufgaben wieder. Es kann aber auch sein, dass ein Unterschied in der Aufmerksamkeit der Kinder in kleinen Dorfschulen und in der Stadt (mit größeren Schulen) besteht. In der Stadt ist es mit der Aufmerksamkeit schlechter bestellt. Eine weitere Möglichkeit sehe ich in der „neuen“ Arbeitsweise  der Schulen. Die Kinder erhalten immer mehr vorgefertigte Arbeitsblätter, wo sie nur mehr das Richtige Wort oder Zeichen einsetzen müssen und nicht mehr eigenständig überlegen müssen was und wie sie etwas tun sollen. Das sind nur einige Überlegungen die ich mir stelle, natürlich kann ich auch falsch liegen.

Ich werde in Zukunft, nachdem ich einen neuen Stein behandelt habe, in den Schulen der Stadt, nicht mehr sofort zu den Übungen übergehen, ich lasse sie zuerst spielen und erst in der darauffolgenden Stunde schlage ich die Übungen vor.

Ich erkläre die Bewegungen des Turms, welcher nur geradeaus, beliebig weit und in allen Richtungen ziehen kann. Wir benutzen zusätzlich das Schachbuch, wo in Diagrammen die Zugmöglichkeiten des Turms eingezeichnet sind. Danach gehen wir zu Übung 17 über.

uebung17 uebung18

Wir behandeln die Übungen gemeinsam und ich lasse jede Antwort von den Kindern überprüfen. Es gibt genügend Kinder die einfach raten, ob sie ein „Ja“ oder ein „Nein“ von sich geben. Ich wiederhole: Im Schach kann man nicht raten und Erfolg haben, aber man kann nachsehen und Kontrollieren so ist der Weg zum Erfolg sicherer. Inzwischen bemerke ich, dass die Kinder die Feldnamen immer besser finden, das erleichtert meine Arbeit etwas. Wir kommen dann zur Übung 18, wo man den Weg des Turms über Hindernisse hinweg finden muss. Das erste Diagramm machen wir noch gemeinsam und die restlichen fünf sollen die Kinder selbständig lösen. Etwa ein Drittel der Kinder haben keine Schwierigkeiten und sind bald fertig und spielbereit. Bei einigen Kindern scheint es unüberwindbare Hindernisse zu geben. Sie schaffen es einfach nicht korrekte Züge auszuführen. Man möchte meinen einige gerade Linien zu ziehen dürfte keine Schwierigkeit darstellen, aber es ist bei weitem nicht so. Am Ende der Stunde gibt es immer noch Kinder, die kein einziges Diagramm selbständig gelöst haben. Ich muss mir die Kinder notieren und sie zu einem späteren Zeitpunkt nochmals zu diesen Diagrammen zurückführen. In der Hoffnung, dass die Spielpraxis ihnen genügend Sicherheit gibt um diese Diagramme nachzuholen.

In der neunten Stunde werden wir nur spielen (Bauern, Springer und Türme).

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s