Stunde 4

10 Minuten Wiederholung der letzten Stunde, danach behandeln wir den Wert der Figuren und deren Symbole im Arbeitsheft.

Zuerst lernen wir, wie die Figuren abgekürzt werden und welche Symbole zu den jeweiligen Figuren gehören und anschließend schauen wir uns den dazugehörigen Tauschwert an.  Auch wenn der König, die wichtigste Figur im Spiel ist, hat er keinen Tauschwert, da er nicht geschlagen werden kann. Der Bauer dient als Bewertungsgrundlage mit einem Punkt, der Springer und der Läufer mit drei Punkten, der Turm mit fünf und die stärkste Figur die Dame mit neun Punkten. Gleichzeitig schreibe ich alles an die Tafel und die Kinder haben im Arbeitsbuch eine vollständige Tabelle mit dem behandelten Stoff. Bei der nächsten Übung können die Kinder immer in dieser Tabelle überprüfen, wenn sie sich nicht an den Stoff erinnern. Ich schlage noch ein paar Übungen zur Berechnung an der Tafel auf. Ein typischer Fehler, welcher am Anfang noch gemacht wird, wenn ich frage wer mehr Punkte geschlagen hat, ist den Wert mit der Anzahl der Steine zu verwechseln. Zum Beispiel sind zwei Bauern und ein Springer mehr Wert als ein Turm und ein Bauer. Es wird einfach nur die Menge der geschlagenen Steine gezählt. Nachdem gehen wir zur Übung fünf über.

Bei einigen Klassen muss ich dieses Thema verschieben, da sie noch zu wenig Spielgelegenheit hatten und es erscheint mir besser sie noch ein wenig spielen zu lassen, bevor wir den Wert der Steine behandeln.

Ich erkläre zuerst was die einzelnen Spalten zu bedeuten haben und anschließend lösen wir die ersten Zeilen gemeinsam. Bei kleineren Klassen kommen alle dran, bei größeren schaffe ich das nicht und lasse sie dann alleine den Rest lösen. Ich nütze die Gelegenheit  die Kinder zu betreuen welche offensichtlich entweder Schwierigkeiten haben, bisher noch nicht zugehört haben oder einfach noch nicht wissen was von ihnen erwartet wird.

Die Voraussetzungen der verschiedenen Klassen sind unterschiedlich. Einige haben bereits das einmal eins angefangen andere noch nicht. Einige haben bereits etwas Kopfrechnen geübt andere nicht und wieder andere  zählen mithilfe der Finger. Einige haben sprachliche Barrieren und verstehen mich nicht, aber bei der individuellen Betreuung bekomme ich das ganz gut hin. Ich benötige dazu die ganze Stunde und es bleiben immer noch einige übrig die nicht fertig werden. Das macht nichts, die Kinder mögen es gern wenn sie bei einer späteren Gelegenheit die vergangenen Übungen fertig stellen können.

Im Schulschach wäre diese Lektion nicht unbedingt notwendig, aber eine Verknüpfung von Schach mit Mathematik gibt dem Schach einen höheren Stellenwert für die begleitenden Lehrer. Den Lehrern gefällt das. Ich halte zwar nicht sehr viel von Verknüpfungen zwischen Schachspiel und anderen Fächern, da ich das Schachspiel damit abwerte. Ich glaube das Schachspiel beinhaltet schon alles und eine Verknüpfung mit Fächern ist so, als ob ich ein Ganzes auf einen Teil reduzieren würde. Ich betrachte diese Lektion einfach als „Intermezzo“, als Auflockerung sozusagen.

Schwierigkeiten beim lösen der Aufgabe sind: Die Steine werden zusammengezählt anstatt den Wert der Steine zusammen zu zählen. Einige schreiben irgendwelche Zahlen, welche weder der Anzahl der Steine noch den Wert der Steine zuzuordnen sind. Viele verwechseln Weiß mit Schwarz wenn es darum geht zu definieren wer besser steht. Einige verwechseln die Steine da sie nicht nachsehen, wenn sie unsicher sind. Andere warten einfach nur bis die Stunde vorüber ist. Ich muss versuchen allen ein wenig unter die Arme zu greifen, damit alle wenigstens einen Teil behalten.

Bei einigen Klassen können einige auch noch etwas spielen, da sie die Übung relativ schnell erledigen.

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